Biogarten-Kompass

Der Leitfaden für biologisches Gärtnern

Biologisches Gärtnern startet weit vor dem Griff zum Mittel gegen Schädlinge – es beginnt bereits mit einer Haltung, die das Gleichgewicht im Garten wertschätzt und aktiv fördert. Wer biologisch gärtnert, denkt wie die Natur: Vorbeugen und Stärken stehen im Zentrum, die Bekämpfung gilt nur als allerletzter Schritt, wenn alle anderen Massnahmen ausgeschöpft sind.​

  • Im Biogarten steht die Vorbeugung an erster Stelle – Bekämpfen ist erst der letzte Ausweg.​
  • Naturnahes Gärtnern beginnt mit Beobachten, Verstehen und Schützen.
  • Der Biogarten-Kompass gibt Orientierung, welche Schritte in welcher Reihenfolge sinnvoll und nachhaltig sind.
© Andermatt Biogarten AG

Mit dem Biogarten-Kompass in eine neue Gartenkultur

Ein Garten ist weit mehr als eine Ansammlung von Pflanzen – er ist ein lebendiges Ökosystem. Biologisches Gärtnern bedeutet, das Bodenleben zu fördern, Vielfalt zuzulassen und die Pflanzen ganzheitlich zu unterstützen. Der Biogarten-Kompass lädt dazu ein, bewusster zu beginnen: mit einem Blick auf den Boden, die Vielfalt der Pflanzen und die Freude an Nützlingen. Das Ziel ist ein in sich stabiles Gleichgewicht, das kräftiges Wachstum und eine reiche Ernte ermöglicht – und dabei Raum für kleine "Unperfektheit" lässt.

© Andermatt Biogarten AG

1. Ökosystem 

Als Basis und Anfang steht das Ökosystem – eine Bestandsaufnahme und vorgängige Analyse sind das A und O. Was bestimmt den eigenen Standort (Temperatur, Sonne, Regen), den Boden (Struktur, Organismen, Durchlüftung, Nährstoffe, Speicherfähigkeit, pH-Wert), wie steht es um Versiegelung/Verdichtung, welche Pflanzen und Tiere sind schon da? Wo kann man ansetzen, was kann noch verbessert werden?

2. Basispflege und Pflanzung

Es gilt, sich bereits vor dem Pflanzen einige Gedanken zu machen, damit die Pflanze ihr eigenes Selbstschutz-Potential voll ausschöpfen kann. Bepflanze ich einen fixen Standort, bestimmt er zu einem hohen Grad die Pflanzenwahl; eine Pflanze, die Vollsonne braucht, wird im Schatten nicht stark werden.

Umgekehrt gilt auch: Setze ich auf eine ganz bestimmte Pflanze, bestimmt diese den Standort. Sind diese Kriterien geklärt, macht man sich an die Bodenvorbereitung und Bodenverbesserung, beachtet korrekte Pflanzabstände und kümmert sich um optimale Bewässerung und Düngung.

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© Plastia s.r.o.

Regenmesser

Gutes Hilfsmittel zur einfachen Kontrolle der Niederschlagsmenge bzw. ob gegossen werden sollte
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© LIN DIS.TIC.LTD.STI

Giesskannen

Eine Giesskanne gehört zur Grundausstattung jedes Hobbygärtners. Die verzinkten, pulverbeschichteten Giesskannen sind handlich und formschön.
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Biosol

Der vegane, stickstoffbetonte Dünger ist speziell für stark zehrende Pflanzen wie Tomaten, Kartoffeln und Mais geeignet.
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Wurmhumus

Kompostwürmer wandeln organische Abfälle in Wurmhumus, einen wertvollen Naturdünger um.
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© Les Forges de la MontagneNoire

Grelinette

Die Grelinette ist das ideale Arbeitsgerät für eine rückenschonende und nachhaltige Lockerung des Bodens
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© Sneeboer Manufacturing bv

Handschaufel

Die robuste und handliche Schaufel vereinfacht ein müheloses Pflanzen und Umtopfen.

3. Prävention und Erkennung

Bei der Prävention geht es darum, Schädlinge und Krankheiten möglichst zu verhindern. Dies gelingt über mehrere Wege. Eine gut gepflegte Pflanze bleibt länger gesund.

Dazu gehört nicht nur die Basispflege wie Wasser und Dünger, sondern auch Pflanzenstärkung. Sie hilft, die Zellwände zu stärken und die gegebenen Nährstoffe und Feuchtigkeit besser aufnehmen zu können.

Mischkulturen und Fruchtfolge verschaffen der Pflanze das ideale Umfeld. Ein korrekter Schnitt und Auslichten helfen der Pflanze, gut abtrocknen zu können, und lassen Pilzen weniger Chancen. 

Schutznetze und Barrieren schützen zudem bereits, bevor das Problem gross wird, und verhindern zum Beispiel eine Eiablage auf der Pflanze. Das Fördern von Biodiversität und Nützlingen im gesamten Garten hält den Schädlingsdruck klein, und zwar von Anfang an.

Um zu wissen, um welchen Schädling es sich handelt, und gezielt vorgehen zu können, kommen Pheromonfallen zum Einsatz. Lockt die Falle nur eine Art von Schädling an, ist der Fall klar. Werden mehrere angelockt, kann nun mithilfe von Schädlingsportraits auf unserer Webseite oder unserer Beratung der genaue Schädling bestimmt werden.

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GemüseVital

GemüseVital, um das Wachstum von Gemüsepflanzen zu fördern und gesundes und widerstandsfähiges Gemüse zu ernten.
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Brennnesselpellets

Pelletierte Brennnessel aus Schweizer Bio-Produktion zur Herstellung von Brühen oder Jauchen. Sie stärken das Pflanzengewebe, fördern die Gesundheit und wirken abwehrend auf Schädlinge.
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© Ortica Sàrl

Beinwelljauche

Ein flüssiges Konzentrat zum schnellen und bequemen Herstellen von Brühen zur Förderung von Blüten-, Frucht-, Wurzel- und Knollenbildung.
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AlgoFol

Blattdünger aus Braunalge für alle Kulturen stärkt die Pflanze und beseitigt Mangelerscheinungen.
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Wurzelstärkungs-Set

Das Set aus CarboVit, RhizoPlus & RhizoSan ist die ideale Kombination aus unterstützenden Mikroorganismen für kräftige, vitale Pflanzen. Besonders gut geeignet für Neu- und Umpflanzungen.
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BlütenVital

Mit BlütenVital zu kräftigeren Blättern und mehr Blüten an Zierpflanzen, Rosen und Sträuchern.
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Drosal Schutznetze

Langlebige Schutznetze mit Reissverschluss zur einfachen Montage und Ernte.
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Insektenschutznetze für Gemüse/Beeren

Die feinmaschigen, leichten Insektenschutznetze schützen Gemüse, Obst und Beeren zuverlässig vor diversen Schädlingen, indem es deren Zuflug und die Eiablage verhindert.
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SchneckenStopp FE

Schützt Stauden und Sträucher vor Schneckenfrass. Der praktische SchneckenStopp schützt Einzelpflanzen zuverlässig vor Schnecken.
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© Andermatt Biocontrol Suisse AG

Ameisenbarriere

Spezialleim für Baumstämme zur Fernhaltung von Ameisen, Frostspannern und anderen krabbelnden Insekten.
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Raupenleimring

Gegen Raupen. Nach dem ersten Frost im Herbst kriechen die ungeflügelten Weibchen des Frostspanners die Stämme von Obst- und Ziergehölzen hoch. In den Baumkronen legen sie ihre Eier ab.
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Buchsbaumzünsler-Falle/Nachfüller

Die Falle dient zur Überwachung der Flugzeit und Verminderung der Eiablage vom Buchsbaumzünsler-Falter.
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Pflaumenwickler-Falle

Die Falle dient zur einfachen Überwachung der Flugzeit sowie zur Reduktion des Pflaumenwicklerfalters.
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Apfelwickler-Falle

Die Falle dient zur einfachen Überwachung der Flugzeit sowie zur Reduktion des Apfelwicklerfalters.
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Pfirsichwickler-Falle

Die Falle dient zur einfachen Überwachung der Flugzeit sowie zur Reduktion des Pfirsichwicklerfalters.
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4. Regulierung 

Wenn sich Nützlinge nicht oder nicht schnell genug etablieren können, können diese gekauft und gezielt ausgebracht werden. Am besten ist der Effekt, wenn der Befall noch klein ist. Man kann sie auch bereits präventiv einsetzen. Gewisse Schädlingspopulationen können zudem durch Fallen massiv verringert werden.

Gibt es diese Möglichkeit nicht, setzt man zusätzlich auf das manuelle Absammeln der Schädlinge oder das Entfernen befallener Pflanzenteile bei Krankheiten. Dies verringert nicht nur die Populationsgrösse jetzt, sondern verhindert auch die weitere Fortpflanzung und die Entstehung weiterer Generationen bzw. die weitere Ausbreitung der Krankheit.

5. Bekämpfung

Sind alle bisherigen Schritte ohne massgeblichen Erfolg geblieben oder nicht möglich, kann man biologische Pflanzenschutzmittel zur Hilfe nehmen. Sie wirken naturnah, sehr gezielt und sind schonend für Nützlinge. Dies ist von immenser Wichtigkeit, sodass nicht alle aufbauenden Schritte, die dieser Massnahme vorangegangen sind und die Basis bilden, zerstört werden.

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Marienkäferlarven und Marienkäfer

Marienkäfer und Marienkäferlarven zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen
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© Andermatt Biocontrol Suisse AG

topcat – Die Wühlmausfalle

Die Schlagfalle zur Bekämpfung von Wühlmäusen lässt sich einfach und schnell aufstellen und reinigen.
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Drosal Pro Kirschessigfliegen-Falle

Die Falle dient zur einfachen Überwachung und zum Massenfang der Kirschessigfliege.
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© Andermatt Biocontrol Suisse AG

Butotrap Himbeerkäfer-Falle

Die Butotrap-Falle lockt ausgewachsene Himbeerkäfer mit einem Duftstoff sowie der Farbe an und fängt sie.
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DickmaulrüsslerStopp

Nematoden zur biologischen Bekämpfung von Dickmaulrüssler-Larven
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TrauermückenStopp

Nematoden zur biologischen Bekämpfung von Trauermückenlarven

Mut zum Zurücklehnen

Die Natur und unser Ökosystem funktionieren ohne unser Zutun hervorragend (oder gerade dann). Viele unserer Eingriffe sind nicht nur nicht unbedingt nötig, sondern erschweren es dem Garten, ins Gleichgewicht zu kommen. Das Zauberwort ist hier eine gewisse Gelassenheit. Greift man sofort beim kleinsten Schädlingsdruck ein, haben die Fressfeinde und Gegenspieler keine Chance, sich zu etablieren und auf natürliche Weise wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Wir sind es gewohnt, die Kontrolle über die meisten Prozesse in unserem Leben zu haben, doch ein gesunder Garten lebt davon und wächst daran, manchmal etwas abzuwarten und Dinge geschehen zu lassen. Um dann zu sehen, dass oft von alleine alles gut kommt.

Auf Kurs bleiben

Nicht nur am Ende, sondern bei jedem einzelnen Schritt unseres Biogarten-Kompasses steht die Einladung, bewusst innezuhalten, den eigenen Standort zu prüfen und den Kurs bei Bedarf anzupassen – ganz so, wie es auch beim Wandern wichtig ist. 

Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf, sodass Garten und Gärtner:in gemeinsam Schritt für Schritt auf Erfolgskurs bleiben. Wer den Biogarten-Kompass nutzt, kann Pflanzen gesund, effektiv und biologisch pflegen und so ein lebendiges, widerstandsfähiges Ökosystem schaffen.

Wo beginnen?

Der Beginn ist oft der schwerste Schritt: Wie anfangen? Hier hilft es, einmal über den Gartenzaun hinauszuschauen – vielleicht kennt man bereits Gärtner:innen, die das naturnahe Bewirtschaften im Blut haben?

Oder man schaut online: In den Portraits zur Biodiversitätsprämierung geben echte Biogärtner:innen wertvolle Einblicke. Sie erzählen, wie sie gestartet sind, welche Herausforderungen sie gemeistert und welche Erfahrungen sie auf ihrem Weg gesammelt haben.

Die Geschichten zeigen, dass jeder Garten seinen eigenen Rhythmus hat – und dass Mut zum Ausprobieren, Beobachten und Lernen der Schlüssel zu einem naturnahen, erfolgreichen Garten ist.

So wird biologisches Gärtnern nicht nur eine Methode, sondern eine erfüllende Reise.

© Andermatt Biogarten AG

Weitere Informationen rund um den biologischen Pflanzenschutz