Schädlinge im Garten & an Zimmerpflanzen erkennen – und natürlich handeln

Ob saugende Blattläuse oder gefrässige Schnecken – Schädlinge im Garten sind wenig willkommene Gäste. Sie können die sehnlich erwartete Ernte gefährden oder ganze Kulturen einnehmen. Und auch Zimmerpflanzen sind vor unangenehmen Mitbewohner:innen wie Trauermücken oder Spinnmilben nicht sicher.

Schädlinge können Pflanzen schwächen, Ernten gefährden und Zimmerpflanzen schnell unansehnlich machen. Unsere Schädlingsportraits zeigen auf, wie man typische Schadbilder sicher erkennt, die Erkennungsmerkmale des Schädlings, dessen Entwicklungszeit – und mit welchen biologischen, nützlingsschonenden Massnahmen man Schritt für Schritt gegensteuert.

Zu den Schädlingsportaits

Schädling bestimmen in 5 Schritten

Nicht jedes Loch im Blatt oder braune Stelle ist “der eine” Schädling. Mit diesen 5 Checks kommen Sie meist schnell zur richtigen Spur.

  • Wo ist der Schaden? Blatt, Trieb, Blüte, Frucht, Wurzel/Boden, Substrat (Topf)

  • Wie sieht der Schaden aus? Löcher/Frass, Verfärbungen, klebrig (Honigtau), Gespinste, Miniergänge, welke Triebe

  • Wann tritt er auf? Jahreszeit, Wetter, Standort (drinnen/draussen)

  • Gibt es Tiere/Spuren? Larven, Eier, Kot, Schleimspuren, Häutungen

  • Jetzt handeln: erst mechanisch/biologisch – und Nützlinge schützen (gemäss dem Biogarten-Kompass)

Wenn Sie unsicher sind, lieber kurz abklären: falsche Massnahmen kosten Zeit – und können Nützlinge schädigen. Wir helfen gerne weiter.

Schädlinge im Portrait

Schnellhilfe nach Schadbild

Wichtig: Das sind häufige Schadbilder & Schädlinge, keine Diagnose.

Schadbild Mögliche Verursacher (Portrait) Erstmassnahme (nützlingsschonend)
Klebrige Blätter / Honigtau Abbrausen/ abwischen, befallene Triebe entfernen, Nützlinge fördern
Weisse, wachsartige Behaarung an Blättern / Weisse Gespinste Pflanze isolieren, befallene Stellen entfernen/ mit warmem Wasser abwischen
Silbrige Flecken auf Blättern und feine schwarze Punkte. Befallene Stellen abwischen, Nützlingseinsatz, Luftfeuchtigkeit erhöhen
Unregelmässige Löcher, vor allem an jungen Pflanzen Abends/ morgens absammeln, Barrieren, Giesszeitpunkt anpassen
Buchtenfrass am Blattrand + schwächelnde Topfpflanze Wurzelballen prüfen, Larven im Boden gezielt angehen
Kleine Fliegen aus dem Topf, Jungpflanzen kümmern Substrat weniger nass halten, Befall bestätigen, dann gezielt handeln
“Raupenfrass” an Gemüse/Salaten Abends kontrollieren, Raupen absammeln, Befallsdruck senken
Wurmstichige Äpfel / Frassgänge in Früchten  Kontrolle/ Beobachtung, Massnahmen nach Flugzeit/Entwicklung ausrichten
Schaden „von unten“, Ausfälle im Beet/Rasen Boden prüfen (Larven), Bestimmung nach Schadbild/Flugzeit
Essiggeruch bei Beeren, Kirschen, Pflaumen, Trauben Befallene Früchte einsammeln und entsorgen, Schutznetze und Fallen anbringen
Kleine Löcher in Lebensmittelverpackungen (oder Kleidern) Nahrungsquelle unzugänglich machen, Brutzelle/ Nest finden
Juckreiz, mehrere "Stiche" / Bisse in einer Reihe Auf Reisen präventiv Tape oder Fallen mitnehmen, Koffer kontrollieren, gründliche Reinigung
Stiche (auch durch tagaktive, aggressive Mücken) Stehende, kleine Wasseransammlungen ausleeren

Was ist ein Schädling?

Als «Schädling» bezeichnen wir meist Tiere oder Organismen, die unseren Pflanzen schaden – doch eigentlich ist dieser Begriff vom Menschen gemacht: Jede Art hat ihre Aufgabe im natürlichen Kreislauf, sei es als Teil der Nahrungskette oder als wichtiger Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht. Bevor man also eingreift, lohnt sich ein genauer Blick, wie gross der Schaden tatsächlich ist – und ob Massnahmen überhaupt nötig sind. Denn was für uns als Schädling gilt, kann für andere ein Nützling sein, und eine Daseinsberechtigung haben wir schliesslich alle.

Weiterführende Informationen rund ums Biogärtnern