Dickmaulrüssler biologisch bekämpfen

Aktualisiert am: 28.08.2026

Die halbrunden Buchten am Blattrand sind ärgerlich, aber harmlos. Gefährlich wird der Dickmaulrüssler unter der Erde: Dort fressen seine Larven die Wurzeln und den Wurzelhals ab und bringen Topfpflanzen innert Wochen zum Welken. Wer ihn stoppen will, behandelt deshalb den Boden, nicht das Blatt.

Dafür gibt es Nematoden – Meginem Pro ab 12 °C Bodentemperatur, Meginem Cold schon ab 8 °C und damit auch im zeitigen Frühjahr und im Spätherbst. Zwei Anwendungen pro Jahr, im Frühling und im Spätsommer, treffen beide Larvenschübe. Die nachtaktiven Käfer selbst lassen sich von Mai bis Ende August mit dem ColeoStop-Brett reduzieren, damit sie gar nicht erst neue Eier legen.

Gespritzt wird nicht: Tagsüber sitzt der Käfer versteckt unter Laub und Mulch, die Larve ist im Wurzelballen unerreichbar. Bei jeder neu gekauften Pflanze lohnt sich dafür ein Blick in den Wurzelballen – dort wird der Dickmaulrüssler am häufigsten eingeschleppt.

© Andermatt Biogarten AG

Dickmaulrüssler erkennen – Käfer, Larve und Schadbild

Der flugunfähige Dickmaulrüssler gehört zur Familie der Rüsselkäfer und ist in unseren Breitengraden zum Ärger vieler GärtnerInnen weit verbreitet. Der Dickmaulrüsslerbefall kann so gravierend sein, dass ganze Topfkulturen dabei eingehen und auch Freilandpflanzen arg zu kämpfen haben.

Die Dickmaulrüsslerlarve fühlt sich im Freiland wie auch in Trögen und Töpfen wohl, solange es frische Pflanzwurzeln, -knollen und -rhizome zum Fressen gibt. Die Larve schlüpft gegen Ende des Sommers / Anfang Herbst und wächst und gedeiht bis in den Frühling hinein. Das heisst, die Larve kann bei unserem Klima im Boden gut überwintern.

Ende Frühling verpuppt sie sich und schlüpft bald darauf als Käfer. Der Käfer krabbelt aus der Erde und stillt seinen Hunger nun oberirdisch.

Damit beginnt der Dickmaulrüsslerfrass oberirdisch im Blattwerk. Sitzt man am Abend neben einer Pflanze, bei der der Dickmaulrüsslerkäfer am Werk ist, kann man tatsächlich hören, wie sich die Käfer an den Blättern gütlich tun.

Sobald es eindunkelt, kriechen die nachtaktiven Dickmaulrüssler aus ihren bodennahen Verstecken und das grosse Fressen und Schmatzen beginnt. Das typische Schadbild sind Blätter, die vom Blattrand her angefressen werden.

Vorgehen bei Befall

Wenn man sich unsicher ist, ob der Dickmaulrüsslerkäfer am Werk ist, kann man einen Topfuntersatz oder einen Blumentopf mit Holzwolle direkt bei der «verdächtigen» Pflanze auf den Boden stellen und abwarten.

Die Käfer werden das Versteck gerne annehmen und durch den Tag darin Schutz suchen. Nach 1 bis 2 Tagen kann man das angebotene Tagesversteck auf den Käfer prüfen. Die andere Variante ist nach dem Eindunkeln an der Pflanze danach zu suchen.

Sind der Befall und die Schäden durch den Dickmaulrüssler erkannt, kann man dem Entwicklungszyklus entsprechend mit nützlingsschonenden biologischen Mitteln handeln.

Das biologische Mittel DickmaulrüsslerStopp enthält die Nematoden Heterorhabditis bacteriophora. Mit dem Giesswasser ausgebracht, suchen die Nematoden im Boden aktiv nach den Dickmaulrüssler-Larven, und bringen diese innert kurzer Zeit zum absterben. Es wird ab Bodentemperaturen von 12°C eingesetzt, und muss das Larvenstadium des Dickmaulrüsslers treffen.

Vorgehen gegen Dickmaulrüssler auf einen Blick

  • Befall richtig zurodnen, Dickmaulrüssler erkennen.
  • Im Frühling und Spätsommer Nematoden ausbringen- Auf Bodentemperatur achten und den Boden feucht halten.
  • .Fallen auslegen und die Käfer einsammeln

Vorbeugende biologische Massnahmen gegen Dickmaulrüssler

Ein einziger Dickmaulrüssler kann bis zu 1'000 Eier legen. Mit natürlichen Fressfeinden wie Igel, Mäuse und Laufkäfer entgegenzuwirken ist eine Möglichkeit, die Vermehrung einzudämmen, dies wird jedoch eine Ausbreitung nicht vollumfänglich verhindern können.

Dickmaulrüsslerlarven kann man durch kontaminiertes Substrat einschleppen, verschleppen und die Käfer, welche in einer Nacht Strecken über 100 Meter zurücklegen können, wandern aus der Nachbarschaft zu. Tagsüber verbergen sie sich gerne im dichten Laubwerk oder in der Boden­streu. Dieses zu entfernen ist jedoch keine gute Option, da es auch vielen Nützlingen als Unterschlupf dient.

Sprich: wirklich und definitiv wird man sie nie loswerden. Daher ist es wichtig, dass man bei neuen Pflanzen und/oder beim Umtopfen das Substrat etwas genauer anschaut. Denn meist beginnt die Plage unterirdisch. Mehr lässt sich präventiv kaum machen.

Vorbeugen gegen Dickmaulrüssler auf einen Blick

  • Lebensräume für natürliche Feinde schaffen
  • Nützlinge im Garten fördern
  • Erde regelmässig kontrollieren (beim Kauf, Umtopfen oder Umgraben)

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Nematoden zur biologischen Bekämpfung von Dickmaulrüssler-Larven

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